Letze Änderung: 03/11/16

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HILFE für Menschen in der UKRAINE e.V. Mühlingen
gegründet am 03.10.2003

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REISEBERICHT über die Liefer- und Kontrollfahrt des

Vereins „Hilfe für Menschen in der Ukraine e. V. vom 17. bis 22. November 2007

Infofahrt November 2007

Infofahrt November 2007

Infofahrt November 2007

Vom 17. bis 22.November 2007 führten Viktor Krieger, Valentina Krieger, Arthur Krieger, Hans Hönig, Berthold Sproll, Bernd Jasper und Edgar Grundler eine Liefer- und Kontrollfahrt in das Gebiet Transkarpatien in der Westukraine durch. Das erste Fahrzeug mit Valentina und Arthur Krieger ging parallel mit dem LKW-Transport unseres Haus-Spediteurs Firma Navigate GmbH, Gottmadingen, als Begleitung auf die Strecke, das zweite Fahrzeug mit Viktor, Hans, Berthold, Bernd und Edgar ging nach Plan einige Tage später auf  die Reise.

 

Reiseverlauf:

Samstagmorgen, den 17.11.2007 - 3.30 Uhr Abfahrt in Stockach und problemlose Anreise einschließlich des ungarisch-ukrainischen Zolls, so dass wir am Samstagabend (plus eine Stunde Zeitverschiebung) gegen 18.00 Uhr am Ziel in Pereczyn eintrafen.

 

Sonntag, den 18.11.2007 – Kirchenbesichtigung in Perezcyn und erstes Kennen lernen des neuen Priesters der orthodoxen-ukrainischen Kirche. Der Priester ist verheiratet und hat zwei Kinder. Die Familie lebt von dem, was die Gemeinde gibt und deshalb ist alles sehr ärmlich, da die Bevölkerung selbst nach wie vor Not leidet. Nachmittags Besuch des Schwefelbades Lumshore in den Karpaten-Bergen.

 

Montag, den 19.11.2007 – Besuch der Krankenhäuser in Perezcyn, Besichtigung der Polyklinik und Besprechungen über die Verteilung der auf dem Weg befindlichen Hilfsgüter. Die Kreis-Chefärztin Maria Potatschuk kennen wir nun schon sehr gut und wir sind sicher, bei ihr alles in guten Händen zu wissen. Wir kontrollieren gemeinsam die Verwendung der letztmals gelieferten Hilfsgüter und nehmen neue Hilfswünsche entgegen: Fliesen, Kleber dazu, Ölfarben, Elektroherde, Kühlschränke, um die medizinischen Räume auf einen einigermaßen ordnungsgemäßen Stand zu bringen. Wir besuchen die Polyklinik, die Ambulanz und die Obere Klinik, die wir ebenfalls schon ausgestattet haben und in der gerade heftig saniert und renoviert wird, was uns sehr erfreut. Der Verwaltungsleiter Sergeij Wakarov ist mit Herz und Seele dabei und wir freuen uns über den regen Gebrauch der von uns schon gelieferten Gegenstände.

 

Nachmittags sind wir in der Sozialstation Pereczyn zum Essen eingeladen. Die Sozialarbeiter des Kreises Pereczyn haben einen Chor gebildet und singen für uns aus Dankbarkeit einige karpatische Volkslieder. Danach besuchen wir unser Großprojekt Waisen-Berufsschule und Lyzeum und freuen uns auch dort über die bereits teilweise im Einsatz befindlichen Güter und Einrichtungen, die wir geliefert haben. Probleme gibt es mit dem Bau der Werkstätten, so dass die von uns gebrachten Holzbearbeitungsmaschinen noch nicht in Gebrauch sind. Wir drängen vehement darauf, dass die Maschinen noch in den alten Werkstätten genutzt werden, denn bis zur Fertigstellung der neuen Werkstätten vergeht noch eine lange Zeit. …

 

Dienstag, den 20.11.2007 – Besuch des kleinen Bezirkskrankenhauses in Turja Remeta, das im Augenblick geschlossen ist und erst nach einer grundlegenden Sanierung wieder geöffnet werden darf. Es fehlt einfach an allem, am Wasser/Abwasser, an der Heizung, an der Küche und wir sind der Ansicht, dass hier zunächst einmal die Böden saniert werden müssen, weil sonst gar nichts eingebaut werden kann. Wir werden Wasser- und Abwasserrohre und Fliesen und dergleichen liefern, damit hier baldmöglichst begonnen werden kann. Zuvor jedoch ist ein Plan zu erstellen, welchen Bedarf es an Wasser-/Abwassertechnik gibt.

 

Nachmittags besuchen wir unser Vorzeige-Projekt Bezirkskrankenhaus Serednje, das mit der Zeit auch mit Geld vom ukrainischen Staat bezuschusst wurde und jetzt einen recht guten Stand erreicht hat. Es gilt als das „Vorzeige-Krankenhaus“ in Transkarpatien und wir haben dazu wohl einen entscheidende Teil beigetragen, wie man uns immer wieder versichert. Mit Dr. Anton Sliwka haben wir aber auch hier einen guten Mann, der die Sanierung und den Ausbau immer wieder vorantreibt.

 

Auf Bitten der Krankenhaus-Wirtschafterin Maria besuchen wir das kleine Dorf Volkovoije, das für den kleinen Kindergarten (33 Kinder ab 3 und bis 6 Jahre) einige Hilfsgüter für die Küche und die Schlafsäle benötigt.

 

Danach besuchen wir im kleinen Dorf Ruski Kamarowzi ebenfalls einen ziemlich desolaten Kindergarten, der von einer jungen, hoch engagierten Frau (Swetlana Babjak) gerade unter die Fittiche genommen wurde. Wir notieren eine ganze Liste an Hilfsgütern, nachdem sie uns sehr offen alles gezeigt und uns über die aktuelle Lage informiert hat.

 

Mittwoch, den 21.11.2007 – Besuch des kleinen Dorfes Niewitskoje, das uns von einem sehr jungen aber hoch motivierten Bürgermeister, Alexander Dschundek, gezeigt wird und der mit seinem ebenfalls sehr jungen 2. Bürgermeister, Michail Laba, eine herkulische Aufgabe vor sich hat, nämlich die Sanierung und die Ausrüstung aller in einem sehr schlechten Zustand befindlichen öffentlichen Einrichtungen. Wir besichtigen einen Kindergarten, die kleine Dorfschule und die Ambulanzstation, die weder an fliesendes Wasser angeschlossen ist noch eine Heizung oder einen ordentlichen Herd sowie Kühlschrank für Medikamente aufweist.  Wir nehmen auch hier alle Hilfsgüter-Anfragen auf und versprechen, im Rahmen unserer Möglichkeiten, beim nächsten Transport, der für das Frühjahr 2008 geplant ist, die ersten Hilfsgüter zu bringen.

 

Nachmittags besuchen wir in der Landeshauptstadt Uzhorod wieder einmal das Drogen- und Alkoholiker-Fachkrankenhaus und freuen uns sehr, dass die letztmals gelieferten Dinge alle schon verbaut und installiert sind und dass sich die Versorgungs-Situation hier nun deutlich gebessert hat. Kurz darauf erreicht uns die Hiobsbotschaft, dass in ganz Pereczyn nun das Gas abgestellt wurde, also auch in unserem kleinen Hotel. Da wir eigentlich schon alle geplanten Arbeiten und Dinge erledigt haben, beschließen wir kurzerhand, noch an diesem Nachmittag die Heimreise anzutreten. Die Rückfahrt verlief relativ problemlos, sodass wir im Lauf des Donnerstag-Vormittags wieder Zuhause eintrafen.

 

Da sich die Einreise und das Verzollen unseres LKWs um einige Tage verzögerten, weil die Papieren seitens der Spedition nicht komplett waren, konnten wir auch nicht ausladen und die Hilfsgüter verteilen. Dies übernahmen dann in den Tagen darauf der LKW-Fahrer Peter Heiß und Valentina Krieger, die demnach erst einige Tage später ebenfalls heimreisen konnten.

 

Bericht erstellt am 2. Dezember durch Edgar Grundler