Letze Änderung: 03/11/16

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HILFE für Menschen in der UKRAINE e.V. Mühlingen
gegründet am 03.10.2003

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REISEBERICHT von
der Fahrt in die Ukraine vom 20. bis 26.03.11


Nachdem wir am Freitag dem 18.03.11 einen Lastzug mit diversen Hilfsgütern in Gottmadingen beladen hatten, startete dieser mit dem bewährten und beliebten slowakischen Fahrer Josef noch am Abend zur Fahrt nach Newizkoe in der Ukraine.

Am Sonntag dem 20.03.gegen 3.00 Uhr brachen dann die Vereinsmitglieder Valentina, Galina, Victor und Arthur Krieger, Hans Hönig, Michael Hege und Bernd Jasper zur Informations- und Kontrollfahrt in die Ukraine auf. Die Gruppe erreichte Perecin nach einer problemlosen Fahrt und nach zügigem Grenzübertritt am gleichen Tag gegen 17.00 Uhr.

Am Montag dem 21.03.2011 stand zunächst ein Besuch der Drogenklinik in Ushgorod auf dem Programm. Der Chefarzt zeigte uns die großen Fortschritte bei der Renovierung der Klinik. Der Speisesaal und das Treppenhaus zeigten sich in neuem Glanz mit Fliesen und Lampen die von unserem Verein geliefert wurden. Ebenso waren im ganzen Haus diverse Sitzmöbel und Einrichtungsgegenstände aus unseren Lieferungen zu sehen.

Von ukrainischer Seite wurden u.a. neue Fenster eingebaut Wir bemühen uns das Krankenhaus weiterhin zu unterstützen.

Am Nachmittag waren wir in der Gemeinde Newizkoe und besichtigten den dortigen Gemeindesaal der derzeit saniert wird. Dies gestaltet sich auf Grund der schlechten Bausubstanz sehr schwierig. Es ist ferner geplant eine bis jetzt fehlende Toilette für den Saal zu bauen. Wir werden versuchen das Vorhaben im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen.

Valentina Krieger war am Montag ganztägig mit der Zollabfertigung beschäftigt, die auch diesmal nicht reibungslos ablief.

Am Dienstag dem 22.03. wurde der Lastzug in Newizkoe von zahlreichen Helfern abgeladen. Der sehr rührige Bürgermeister hatte dafür einen alten Kornspeicher in unmittelbarer Nähe des Rathauses als Lagerraum herrichten lassen. Ein Teil der Güter wurde gleich auf Fahrzeuge der Gemeinden und öffentlichen Einrichtungen (Sozialstation, Kindergärten, Krankenhäuser) der Region Perecin  umgeladen. Wir erfuhren dabei eine große Dankbarkeit der anwesenden Menschen, deren wirtschaftliche Situation sich seit unseres letzten Besuches wegen gestiegener Preise für Energie und Nahrungsmittel verschlechtert hat. Ein Fernsehteam des Regionalfernsehens filmte das Abladen und Verteilen der Hilfsgüter. Ferner war ein  Reporter der örtlichen Zeitung vor Ort.

Am Mittwoch dem 23.03. besuchten wir die Sozialstation in Perecin. Diese ist mittlerweile fast vollständig renoviert und befindet sich in einem vorbildlichen Zustand. Lediglich der Friseursalon ist noch nicht ganz fertig. Besuche wie dieser und die tiefe Dankbarkeit der Menschen die wir dort treffen helfen den Vereinsmitgliedern sich trotz mancher Widrigkeiten immer wieder neu zu motiviern.

Im Anschluss daran informierte uns die Leiterin der Sozialstation im Rahmen einer Besichtigung einer leerstehenden Liegenschaft in Perecin über ein neues, geplantes Projekt für betreutes Wohnen im Alter. In dem relativ gut erhaltenen Gebäude sollen Zimmer für ca. 25 Senioren eingerichtet werden. Aufgrund der sehr positiven Erfahrung mit der Sozialstation sicherten wir der Leiterin ebenfalls Unterstützung für das Projekt zu.

Vereinsmitglied Michael Hege bekam von den Feuerwehren Überlingen/Bodensee und Owingen einige dort ausgemusterte aber noch sehr gut erhaltene Feuerwehrjacken und Feuerwehrstiefel gespendet. Die Kleidungsstücke wurden während eines Besuchs der Feuerwache Perecin an die dankbaren Feuerwehrleute übergeben. Die Feuerwache Perecin ist für den gesamten Landkreis zuständig und rund um die Uhr von acht Mann besetzt.

Anschließend waren wir in der Gemeinde Kamenica, die zwischen Perecin und Newizkoe  liegt, bei  Bürgermeisterin Maria Kowal-Masjuta zu Gast, die den Kontakt zu uns gesucht hatte. Die nach unserem Eindruck ebenfalls sehr rührige Bürgermeisterin der Gemeinde mit ca. 2200 Einwohnern zeigte uns ihr Sorgenkind, das Gemeindezentrum. Das Dach des Gebäudes, das auf den ersten Blick einen sauberen und gepflegten Eindruck macht ist undicht und der Fußboden ist renovierungs-bedürftig. Die über das Dach eintretende Feuchtigkeit zerstört langfristig die Bausubstanz. Die notwendigen Maßnahmen dürften unsere Möglichkeiten übersteigen.

Zuletzt besuchten wir an diesem Tag das ca. 700 m  hoch gelegene Bergdorf Wilschinky mit 587 Einwohnern. Das Dorf hat kein fließendes Wasser und möchte mit unserer Unterstützung eine Wasserleitung von einer ca. 500 m entfernt liegenden Quelle ins Dorf und zu den einzelnen Häusern legen. Der Bürgermeister zeigte uns die örtlichen Gegebenheiten sowie die Pläne eines Kindergartens, mit dessen Bau demnächst begonnen werden soll.

Der Bürgermeister Gesamtgemeinde Perecin, zu der auch Wilschinky gehört, hat seine Unterstützung beim Bau der Leitung zugesichert. Wir werden ebenfalls prüfen was wir zum Gelingen des Projekts beitragen können.

Am Donnerstag dem 24.03. waren wir nochmals in der Gemeinde Kamenica. Am Tag zuvor hatten wir der Bürgermeisterin zugesagt auf einem neu angelegten Kinderspielplatz in einem Wohngebiet zwei Apfelbäumchen zu pflanzen. Wie wir schon vorher erfahren hatten ist in Kamenica das erfolgreichste Tanzensemble der Region Transkarpatien zuhause. Im Anschluss an die Pflanzaktion bekamen wir noch einen Eindruck von der hervorragenden Nachwuchsarbeit bei einer Tanzvorführung der Kinder im  Kindergarten der Gemeinde.

Nachmittags besuchten wir das Krankenhaus in Perecin. Die Chefärztin führte uns durch die Gebäude, deren Renovierung wegen der Größe der Objekte langsam aber stetig vorwärts geht. Ein junger, sehr engagierter Arzt schilderte uns seine täglichen Schwierigkeiten mit verschlissenen Instrumenten und defekten oder nicht vorhandenen medizinischen Geräten. Dies sind die Momente in denen man sich ob der Vielzahl der dringend nötigen Hilfsmaßnahmen etwas erschlagen fühlt.

Am Freitag dem 25.03. besichtigten wir noch eine Lagermöglichkeit für zukünftige Hilfsgüter in der Gemeinde Perecin und übergaben der Chefärztin dringend benötigte Fliesen für einen Unter-suchungsraum in der Kinderabteilung des Krankenhauses.

Am Samstagmorgen gegen 3.00 Uhr traten wir wieder die Heimreise an und trafen wegen einiger Widrigkeiten erst gegen 22.00 Uhr wieder in Mühlingen ein.

Reichenau, 30.03.11

Bernd Jasper